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"ThyssenKrupp beutet das Erz aus, den Fischern bleibt die Schlacke"
Hauptversammlung 2012:
Keine Entschädigung für Fischer in Brasilien / Kritische Aktionäre fordern Rücktritt von Aufsichtsrats-Chef Cromme
"Beim Stahlwerk in Brasilien ist immer nur die Rede von der Kostenexplosion. Über diejenigen, die vor Ort leiden müssen, verliert ThyssenKrupp kein Wort." Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands, verlangte von Heinrich Hiesinger, der vor einem Jahr den Vorstandsvorsitz beim Stahl- und Rüstungskonzern übernahm, eine neue Unternehmenskultur und eine Entschädigung für die Fischer. Das juristische Gutachten, mit dem sich Vorstand und Aufsichtsrat attestieren lassen, die Sorgfaltspflicht nicht verletzt zu haben, rückt ThyssenKrupp auch auf Anfrage nicht heraus.
Christian Russau vom Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika erinnerte die ThyssenKrupp-Manager daran, dass das Stahlwerk an der Bucht von Sepetiba immer noch keine definitive Betriebserlaubnis habe. Falls den Auflagen der Umweltbehörden nicht entsprochen wird, droht die Stilllegung.
Hauptversammlung 2011:
Dachverband kritisierte ThyssenKrupp wegen Stahlwerk in Brasilien und U-Boot-Geschäften
Der Dachverband der Kritischen Aktionäre stimmte bei der Hauptversammlung von ThyssenKrupp am 21. Januar gegen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat und empfahl dem Konzern, höhere Rücklagen für die Entschädigung brasilianischer Fischer und wegen Umweltverstößen zu bilden. Die brasilianische ThyssenKrupp-Tochter CSA war wegen wiederholten Umweltverstoßes durch das neue Stahlwerk an der Bucht von Sepetiba zu einer Geldbuße und Entschädigungszahlung von insgesamt 7,5 Millionen Euro verurteilt worden. Beim U-Boot-Export profitiert ThyssenKrupp von regionalen Konflikten z.B. zwischen Pakistan und Indien.
> Presseschau
> Gegenanträge
> Pressemitteilung
> Rede Christian Russau mit Antworten Ekkehard Schulz, Rede Dorothea Kerschgens
> Presseschau: Umweltstrafe für ThyssenKrupp-Tochter
> Mehr Infos
Anklage wegen Umweltverstößen gegen ThyssenKrupp in Brasilien
Die Staatsanwaltschaft von Rio de Janeiro hat gegen das ThyssenKrupp-Tochterunternehmen Companhia Siderúrgica do Atlântico (TKCSA) Anklage erhoben. Der Projektleiter des Stahlwerks, Friedrich-Wilhelm Schäfer, sowie der Umweltdirektor, Álvaro Francisco Barata Boechat, werden massiver Umweltverstöße bezichtigt.
> Mehr Infos
Hauptversammlung 2010: Brasilianische Fischer verlangen ökologische Wiederherstellung der Bucht von Sepetiba
Bei der Hauptversammlung 2010 haben die Kritischen Aktionäre brasilianische Fischer unterstützt, für die stellvertretend Luis Carlos Oliveira extra aus Südamerika angereist war. Er verlangte bei der Hauptversammlung der ThyssenKrupp AG am 21.01.2010 in Bochum die ökologische Wiederherstellung der Bucht von Sepetiba und eine Entschädigung für die Verdienstausfälle der Fischer, die vom Bau des Stahlwerks von ThyssenKrupp betroffen sind. "ThyssenKrupp beutet das hochwertige Erz aus, uns lassen sie die Schlacke", sagte Oliveira. "ThyssenKrupp gibt sich den Anstrich eines sozial und ökologisch verantwortungsvollen Konzerns", so Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands. "Aber dieses Bild hat mit der Realität wenig zu tun." Ein Spielzeug-Fisch, den Oliveira im Anschluss an seine Rede dem Vorstandsvorsitzenden Ekkehard Schulz überreichte, soll die Konzernführung an die Forderungen der Fischer erinnern.
ThyssenKrupp handelt sozial und ökologisch unverantwortlich
Der Vorstand von ThyssenKrupp wies jede Verantwortung von sich. Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, der den Fischer Oliveira zur Aktionärsversammlung eingeladen und ihm Stimmrechte übertragen hatte, ist wenig überrascht von dieser Haltung. "ThyssenKrupp versucht sich den Anstrich eines sozial und ökologisch verantwortungsvollen Konzerns zu geben, aber dieses Bild hat mit der Realität nicht viel zu tun. Wir werden daher die Aktivitäten von ThyssenKrupp weiter kritisch beobachten und unterstützen die Forderungen der Fischer nach Entschädigung und Beseitigung der durch das Stahlwerk angerichteten Umweltschäden."
> Presseschau
> Pressemitteilung vom 22.01.2010
> Pressemitteilung vom 20.01.2010
> Rede von Luis Carlos Oliveira, Karina Kato, Christian Russau, Christiane Gerstetter, Markus Dufner, Antje Kleine-Wiskott
> Kritischer ThyssenKrupp-Aktionärsbrief
> Gegenantrag
> "Das Stahlwerk und die Fischer", Lateinamerika-Nachrichten Nr. 427
> Einladung zur Pressekonferenz am 20. Januar in Bonn
> Konzernstudie 2010: "ThyssenKrupp - Schwerindustrie macht Nachhaltigkeit light"
Antworten ThyssenKrupp „Vorfahrt für Klimaschutz? Umfrage des Dachverbands bei 27 deutschen Konzernen“
> ThyssenKrupp Hauptversammlung 2010
> ThyssenKrupp Hauptversammlung 2009
> ThyssenKrupp Hauptversammlung 2008
> ThyssenKrupp Hauptversammlung 2007










