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Position:   Konzernkritik

BASF

BASF-Zentrale in Ludwigshafen
Kritische Aktionäre Rochlitz (l.) und Dufner mit Magdalena Moll (BASF Investor Relations)

Stakeholder-Dialog: Prof. Jürgen Rochlitz und Markus Dufner in der Höhle des Löwen / Kritische Aktionäre diskutierten mit BASF-Verantwortlichen über Nachhaltigkeit, Umweltschutz und soziale Rechte
Ludwigshafen, 15.09.2009 - "Es ist wohl kaum möglich, nach einer Werksbesichtigung beim weltgrößten Chemie-Konzern gänzlich unbeeindruckt zu sein", gab Markus Dufner zu. Während der Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionäre zum ersten Mal die Zentrale in Ludwigshafen betrat, kennt Prof. Jürgen Rochlitz, Sprecher der Aktion alternativer BASF-Aktionäre (AABA), das Unternehmen seit 30 Jahren und war zuvor schon vor Ort gewesen.
In den sich anschließenden Gesprächsrunden kamen die beiden Konzernkritiker schnell zur Sache und konfrontierten die hochrangigen BASF-Mitarbeiter mit unangenehmen Fragen und Feststellungen. "Ich sehe Nachhaltigkeit anders als BASF", meinte Rochlitz. Sein Unternehmensziel wäre nicht, unter den Konkurrenten immer der beste zu sein, sondern die Geschäftspolitik "auf eine Welt im Gleichgewicht" hin auszurichten.
Dufner hinterfragte die Beteiligung von BASF am rheinischen RWE-Braunkohlekraftwerk Niederaußem. Die dort eingesetzte sogenannte CO2-Wäsche ist von Deutschlands größtem Stromproduzenten zusammen mit BASF und dem Anlagebauer Linde entwickelt worden. Ziel der Versuchsanlage ist es, die bisher vor allem in der Erdöl- und Gasindustrie verwendete Technik für den Einsatz in Kraftwerken zu optimieren und die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Bei der Pilotanlage wird allerdings zunächst nur ein geringer Anteil der in dem Braunkohlekraftwerk entstehenden Emissionen von CO2 gereinigt. Insgesamt kann die Anlage rund 300 Kilogramm Kohlendioxid pro Stunde aus dem Rauchgas abscheiden.
Auf die Finanzkrise angesprochen sagte die Leiterin von BASF-Investor Relations, Magdalena Moll, das Unternehmen habe schnell reagiert und kurz- sowie langfristige Maßnahmen ergriffen. Nach der Übernahme des Schweizer Konkurrenten Ciba seien erst einmal keine größeren Investitionen geplant. Die Ciba-Mitarbeiter in der Schweiz werde man über einen Sozialplan auffangen.
BASF-Chef Jürgen Hambrecht hatte einen harten Sparkurs angekündigt. Im Zuge der Verschmelzung bis Ende 2013 sollen rund 3700 Arbeitsplätze abgebaut werden; ein Großteil davon bei Ciba, rund 500 aber auch bei BASF. 23 der weltweit 55 Ciba-Standorte stehen derzeit auf dem Prüfstand, in Deutschland sind Grenzach und Lampertheim betroffen.

Hauptversammlung 2009:
> Gegenanträge Jürgen Rochlitz
 
Antworten BASF „Vorfahrt für Klimaschutz? Umfrage des Dachverbands bei 27 deutschen Konzernen“ 

Hauptversammlung 2008: Tut BASF zu wenig für den Klimaschutz und zuviel im Lobbyismus?
Auf der Hauptversammlung 2008 der BASF stellten Dachverbands-Geschäftsführer Markus Dufner und Jürgen Rochlitz von der Aktion Alternativer BASF-Aktionäre zahlreiche kritische Fragen zu diversen Themen.

BASF hat weltweit als erstes Unternehmen eine CO2-Bilanz veröffentlicht und in der Bild-Zeitung mit dem Slogan „Wir produzieren Klimaschutz“ beworben. Dies ist die eine Seite. Doch die andere Seite scheint Vorstandsvorsitzender Dr. Jürgen Hambrecht weiterhin großen Gefallen an nuklear-fossilen Investitionen zu haben, wenn er im Bild-Interview (19.02.2008) sagt „Es ärgert mich maßlos, dass wir unseren soliden deutschen Energiemix einfach aufgeben sollen. Unsere modernen Kernkraftwerke stellen wir viel zu früh ab. Gleichzeitig sprechen wir uns gegen Kohlekraftwerke aus. Ersetzt werden soll alles durch Wind- und Sonnenenergie...“ Bei der diesjährigen HV kritisierte Markus Dufner auch die Tatsache, dass BASF eine stattliche Zahl eigener Mitarbeiter in Bundesministerien eingeschleust hat. Offiziell nennt sich so etwas „Austauschprogramm Seitenwechsel“ und stellte zahlreiche kritische Fragen zum Thema. Jürgen Rochlitz thematisierte u.a. in seinen in der Rede ausgeführten Gegenanträgen dringend erforderlichen Investitionen in Arbeitsplätze für junge Menschen und in die Bewältigung des demografischen Wandels und in die Motivation der Mitarbeitenden und kritisierte vehement die Auswirkungen des jahrelangen Personalabbaus im Konzern.  

Die Reden und Gegenanträge der Kritischen Aktionäre bei der diesjährigen Hauptversammlung: die Rede von Markus DufnerRede Jürgen Rochlitz und die Gegenanträge des Kritischen Aktionärs Jürgen Rochlitz von der Aktion Alternativer BASF-Aktionäre (AABA) zur BASF-HV 2008


Hauptversammlung 2007
Die BASF - ein massiver Arbeitsplatzvernichter, der seine Vorstände dazu noch mit großzügigen Gehältern versieht, und entgegen seiner Ankündigung den Klimaschutz nicht ganz so groß schreibt wie auf der Internetseite.

Dass dieser nicht besonders ernst genommen wird, zeigt nicht zuletzt eine Aussage des Vorstandsvorsitzenden Hambrecht (Zitat aus der BILD vom 5. Februar: Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Wir haben zwar mal einen warmen Winter, aber ist das schon eine Klimakatastrophe? Als ich ein kleiner Junge war, gab es mal drei Jahre hintereinander keinen Schnee auf der Schwäbischen Alp. Damals hat kein Mensch von Klimawandel gesprochen.")

Zwar sind einige Projekte mit klimafreundlichem Siegel ins Leben gerufen worden, doch gibt es keine Anzeichen dafür, dass BASF seine gesamte Geschäftspolitik unter das Leitmotiv des Klimaschutzes stellt - deutlich wird dies an den massiven Investitionen, die in China getätigt werden. Der asiatische Riese hat sich bekanntlich noch nicht ausdrücklich dem Klimaschutz verschrieben, weswegen eine klimafreundliche Politik langfristig nicht gerade Programm bei BASF werden dürfte.
Ein weiterer Kritikpunkt am Unternehmen: billige Arbeitskraft und lockere Umweltvorgaben der chinesischen Wirtschaft sind ein verlockendes Feld, auf dem es sich zu expandieren lohnt. Leider geht dies auch auf Kosten der deutschen Arbeitskräfte, von denen in den letzten Jahren ein großer Teil seine Arbeit verloren hat, und der Rest mit steigendem Druck bei unsicherer Zukunftsperspektive um seinen Arbeitsplatz fürchten muss.

Rede des Geschäftsführers der Kritischen Aktionäre Markus Dufner (HV 2007)

Gegenantrag des Kritischen Aktionärs Jürgen Rochlitz von der Aktion Alternativer BASF-Aktionäre (AABA) zur BASF-HV 2007

Pressemitteilung zur Hauptversammlung der BASF 2007

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