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ThyssenKrupp Hauptversammlung 2008

ThyssenKrupp belegt laut Branchenrating der Rating-Agentur oekom research nur Platz 18 von insgesamt 20 Unternehmen. Aspekte wie Arbeitsunfälle, Menschenrechtspolitik, Rohstoffpolitik und Umweltschutz spielen hier eine wichtige Rolle. Auf die Frage, wie man sich dieses schlechte Abschneiden erklärt, antwortete der Vorstand, man sei unfair bewertet worden. Nicht sehr einfallsreich.

In einer Hochglanzbroschüre schreibt ThyssenKrupp „Unser Klima hat Schutz verdient“, im Interview mit der FAZ Mitte Januar hatte Vorstandsvorsitzender Ekkehard Schulz diese Aussage wohl vergessen, als er meinte, "für die westeuropäische Stahlindustrie wäre die Pflicht zum Kauf der Emissionsrechte eine Katastrophe." Markus Dufner vom Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre kritisierte auch den Mangel an aufschlussreichen veröffentlichten Zahlen zu klimaschädlichen Emissionen in den einzelnen Sparten, so wie es das vor sechs Jahren gegründete Carbon Disclosure Project (CDP) vorschreibt. An diesem sind heute 315 Großanleger mit 41 Billionen Dollar verwaltetem Kapital beteiligt, darunter Allianz, Deka-Bank, Helaba, Postbank, Münchener Rück und WestLB. Sie fordern von den Unternehmen, klimaschädliche Emissionen offen zu legen, Umweltstrategien zu entwickeln und die Emissionen zu senken. Dadurch wollen die Investoren Umweltrisiken und Chancen erkennen, um dies bei Anlageentscheidungen beachten zu können.

Ein weiteres von Dufner angeführtes Thema war die lukrative Produktion von Palmöl in den tropischen Regionen, in die auch ThyssenKrupp investiert. Neben dem Gebrauch des Öls für die Lebensmittelindustrie kann man die Ölpflanzen auch für die Herstellung von Treibstoffen nutzen, was jedoch unter ökologischen Aspekten immer mehr in die Kritik gerät. Die Frage, ob für das von ThyssenKrupp verwendete Palmöl für seinen integrierten Biodiesel- und Fettalkoholkomplex auch Regenwald gerodet wird, könnte Herr Schulz nicht beantworten.

Dorothea Kerschgens vom Vorstand der Kritischen Aktionäre befasste sich auf der HV mit dem Transrapid in München und kritischen geschäftlichen Aktivitäten in Südafrika (siehe hierzu Rede von Dorothea Kerschgens). So kritisierte sie Investitionen in das völlig überteuerte Transportsystem und die Fehlkalkulation der Gesamtkosten. ThyssenKrupp will sich mit 25 Mio. Euro an der Strecke vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen beteiligen.

Zum Weiterlesen zur Hauptversammlung 2008: Reden Markus Dufner und Dorothea KerschgensPressemitteilung

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