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VW Hauptversammlung 2008

Hauptversammlung 2008: Volkswagen versagt beim KlimaschutzBei der Hauptversammlung am 24. April in Hamburg forderten BUND und Kritische Aktionäre ein grundlegendes Umdenken in der Modellpolitik. Jens Hilgenberg (BUND) hob auf der einen Seite positiv hervor, dass endlich das Thema Umwelt- und Klimaschutz auch bei den Hauptversammlungen der deutschen Autohersteller auf die Agenda kommt, stellte aber direkt heraus, dass es hierbei eben nicht primär um den Umweltschutzgedanken ginge, sondern um die Vermeidung von Strafzahlungen und die Beibehaltung der Absatzzahlen, auch bei einem ständig steigenden Ölpreis. So werden auf der einen Seite sparsame Modelle wie der der 3L-Lupo entwickelt und produziert, dann aber nicht ausreichend beworben und wieder vom Markt genommen. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Fahrzeuge, die einen überdurchschnittlich hohen Spritverbrauch haben und damit die Umwelt schädigen, kritisierte Hilgenberg.

VW unterzeichnete bereits 1999 eine freiwillige Selbstverpflichtung der europäischen Auto-hersteller zur CO2-Reduktion, welche eine Reduzierung der CO2-Emissionen auf 140 g/km im Flottendurchschnitt bis 2008 vorsieht. Da heute aber absehbar ist, dass die Grenzwerte der freiwilligen Selbstverpflichtung nicht eingehalten werden, setzt man von Seiten der deutschen Hersteller darauf, eine gesetzliche Regelung auf EU-Ebene zu verschleppen. Die Frage ist, warum VW diese neun Jahre seit der Unterzeichnung der Selbstverpflichtung nicht besser genutzt wurden?

Die CO2-Werte für die in Deutschland verkaufte Neuwagen bei der Marke VW liegen bei 168g/km. Ziel sollte jedoch sein, die Werte bis 2012 auf 120 Gramm pro km zu drücken. Der BUND fordert die Volkswagen AG auf, sich nicht allein auf den Einsatz von einzelnen, sparsamen Modellen zu verlassen, BlueMotion könne nur ein Anfang sein. Erforderlich sind vielmehr Strategien zur Reduzierung der Verbrauchswerte der gesamten Fahrzeugpalette und deren schnellstmögliche Umsetzung.

Bernd Moritz, Vorstandsmitglied des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, stellte bei der HV ein ganz anderes Thema vor. Er konfrontierte den VW-Vorstand mit kritischen Fragen zur Rolle des Konzerns als Sponsor der diesjährigen Olympischen Spiele in Peking und bezog sich dabei auf einen Appell an die deutschen Olympiasponsoren. Er betonte die Verantwortung der internationalen Konzerne wie VW, die Menschenrechte zu schützen und zu fördern. So hat sich VW als Mitglied im Global Compact der Vereinten Nationen zur Unterstützung und Respektierung der internationalen Menschenrechte bekannt. Als Olympiasponsoren ist VW außerdem dem Bekenntnis der Olympischen Charta zur Schaffung einer friedlichen Gesellschaft unter Wahrung der Menschenwürde verpflichtet. Daher stellte Bernd Moritz den Appell vor, siehe hierzu Pressemitteilung Nr. 9Weitere Infos zur Hauptversammlung 2008: Pressemitteilung Nr. 10, Rede Jens Hilgenberg, Rede Bernd Moritz.

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