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Deutsche Bank Hauptversammlung 2008

Ackermann entschuldigt sich für Brötchentüten-Kampagne

Der Dachverband der Kritischen Aktionäre hat die Proteste von Attac gegen die menschenverachtenden Spekulationen mit Agrarrohstoffen in die Hauptversammlung der Deutschen Bank getragen. Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands, kritisiert die Spekulation der Bank mit Agrarrohstoffen. "Der Vorstandsvorsitzende Dr. Ackermann muss sich fragen lassen, warum die Deutsche Bank nicht in Unternehmen investiert, die einen Beitrag zu einer größeren Effizienz der Landwirtschaft und damit zu einer besseren Versorgung der Bevölkerung in Schwellen- und Entwicklungsländern leisten", so Dufner.

Mit einer Werbekampagne hatte die Deutsche Bank versucht, Kunden von Frankfurter Bäckereien für den bankeigenen Agrarrohstoff-Fonds zu interessieren. Auf Postkarten, die an Brötchentüten geheftet waren, wurden die Kunden gefragt:

"Freuen Sie sich über steigende Preise? Alle Welt spricht über Rohstoffe – mit dem Agriculture Euro Fonds* haben Sie die Möglichkeit an der Wertentwicklung von sieben der wichtigsten Agrarrohstoffe zu partizipieren."

Bei seiner Hauptversammlungsrede hielt der Kritische Aktionär Dufner das ´Corpus delicti´ in die Höhe und fragte Deutsche-Bank-Chef Ackermann:

"Was haben Sie sich eigentlich dabei gedacht, mit einer derart zynischen Werbung auf Kundenfang zu gehen?"

Ackermann: "Ich habe keine Freude an dieser Kampagne und möchte mich in aller Form dafür entschuldigen."

Dufner: "Herr Ackermann, hier in Frankfurt haben Ihnen Bürgerinnen und Bürger deutlich zu verstehen gegeben, was sie davon halten, mit dem Hunger der Armen Geschäfte zu machen."

Ackermann: "Nach ersten kritischen Reaktionen haben wir die Brötchentüten sofort zurückgezogen." Dies sei bereits am 25. April geschehen – also schon bevor es Einwände von Nichtregierungsorganisationen gegeben habe.

Dufner: "Wie viele Kunden haben aufgrund der Brötchentüten-Kampagne Ihr Konto bei der Deutschen Bank gekündigt und die Deutsche-Bank-Aktie aus Ihrem Depot geworfen?"

Ackermann: "Es gab keine Kontokündigungen, die spezifisch waren. Die Beschwerdequote war gering."

Klage von Apartheids-Opfern
Dorothea Kerschgens, Vorstandsmitglied der Kritischen Aktionäre, fragte Ackermann, ob die Deutsche Bank die Entscheidung des US Supreme Court, anerkennen werde. Ackermann antwortete darauf: „Wir sind weiterhin der Auffassung, dass die Bewältigung der Apartheid nicht vor ein US-Gericht gehört. Diese Auffassung vertreten auch die Regierungen der USA, Südafrikas und Deutschlands.

Uranwaffen-Geschäfte
Zur Finanzierung von Uranwaffen-Geschäften sagte Ackermann: "Die Deutsche Bank hält sich dabei nicht nur an gesetzliche Vorschriften, sondern auch an die Leitlinien der UNO."

Studie: "Deutsche Bank: Ein fragwürdiges Markenzeichen" (in Auszügen) unserer Mitgliedsorganisation urgewald (hier die Studie bestellen). 

Die Reden und Gegenanträge der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre bei der Deutsche Bank HV 2008: Rede Dorothea KerschgensRede Markus Dufner, Gegenantrag 
Im Weisungsbogen sehen Sie, wie die Kritischen AktionärInnen bei der HV abstimmen werden.

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